Von Schumpeter zur Shareholder Governance
Der Kapitalismus steckt einmal mehr in der Krise—und das börsennotierte Unternehmen mittendrin. Der Streit um die Rolle des Unternehmens in Politik und Gesellschaft, sowie die Schwächung der Eigentümeridentität und Überwachungsfunktion durch passives Index-Investieren sind nur zwei Faktoren, die fruchtbaren Nährboden für Agency-Risiken schaffen: Unsere Unternehmenslenker können ihre neu gewonnene Freiheit und Diskretion zu ihrem eigenen Vorteil nutzen, unsere Unternehmen verlieren an Wettbewerbsfähigkeit und erzielen letztlich schlechtere Ergebnisse—für Aktionäre und andere Stakeholder gleichermaßen.
Die Konsequenz der zeitgenössischen Evaporation der Substanz des Eigentums zeigt sich auch auf gesellschaftlicher und volkswirtschaftlicher Ebene. In dieser Phase des technologischen Umbruches benötigt unsere Wirtschaft dringend Kapital für Investitionen. Doch bei internationalen Investoren ist unser Standort aufgrund seines Stakeholder Governance-Systems kaum beliebt—und politische Entscheidungen verstärken die Vorsicht. Auch innerhalb unserer Gesellschaft herrscht hierzulande eine große Skepsis gegenüber kapitalintensiven Aktiengesellschaften.
Wie schaffen wir es trotzdem, deren Innovationskraft zu nutzen, ohne dass eine «Entgrenzung» stattfindet? Die Lösung liegt meines Erachtens in der gesellschaftlichen Einbettung der Aktiengesellschaft in eine breite Masse aktiv engagierter und verantwortlicher Eigentümer—bei gleichzeitiger Stärkung der Eigentümerrechte und Transformation in Richtung eines Shareholder Governance Systems, welches diese Rolle ermöglicht und stärkt.
Meine Ambition
Als Doktorand, Corporate Governance-Professional und aktiver Shareholder und möchte ich mit meiner Forschung und meinen kritischen Analysen einen kleinen Beitrag leisten, Glaubwürdigkeit, Verantwortlichkeit, Integrität und Wettbewerbsfähigkeit unserer Unternehmen wiederherzustellen und die Attraktivität unseres Kapitalmarkts nachhaltig zu verbessern.
Über mich
Als externer Doktorand an der Universität St.Gallen forsche ich zu Corporate Governance, dem Zweck des Unternehmens in der Gesellschaft und strategischer CEO-Kommunikation. Ich halte einen M.Sc. in Accounting, Financial Management & Control von der Università Bocconi sowie einen B.Sc. in Business Administration von der HSBA.
Als aktiver Shareholder nutze ich meine Erfahrungen, um die Corporate Governance-Praktiken von Unternehmen zu verbessern, an denen ich selbst beteiligt bin. Über mein jüngstes Engagement bei Zalando hat die Presse berichtet. Zur geplanten Änderung des Deutschen Corporate Governance Kodex habe ich eine Stellungnahme verfasst.
Mit meinem jungen Unternehmen biete ich Leistungen rund um Shareholder Governance nun auch anderen Kunden an. Dazu gehören Research, Due Diligence, Engagement & Activism Services.
Vor meiner Selbstständigkeit habe ich neun Jahre in der Wirtschaftsprüfung, Kapitalmarktberatung und M&A-Transaktionsberatung bei KPMG in Hamburg und PwC in Zürich gearbeitet und an über 50 Financial Due Diligence-Projekten mitgewirkt.
Abseits der Corporate Governance-Welt ist meine große Leidenschaft die Fotografie. Inspiriert von Ernst Haas zeichnet sich mein Stil durch Abstraktion, Bewegung, kräftige Farben, dunkle Schwarztöne und hohe Kontraste aus—werfen Sie gerne einen Blick in die Galerie.
Kontakt
Falls meine Tätigkeiten, mein Engagement oder meine Forschung für Sie nützlich sein könnten, oder Sie sich über eines der Themen austauschen möchten, freue ich mich über Ihre Kontaktaufnahme.
Gerne per E-Mail an: office@ttesdorff.ch